Harmonika-Musikfreunde Forchheim e.V.
gegründet 1973 - Mitglied beim Deutschen Harmonika-Verband Trossingen
 
 

Herbstkonzert 1996

Fränkischer Tag, 28. Oktober 1996

Aus dem Kulturleben

Mit Harmonie in den Herbst

Harmonika Musikfreunde begeisterten beim Herbstkonzert

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Mit dem schmissigen Marsch "Regimentskinder" von Julius Fucik begrüßte das Akkordeonorchester der Harmonika-Musikfreunde alt und jung in der großen Jahnhalle. Erster Vorsitzender Wilhelm Birkner konnte im bis zum letzten Platz besetzten Saal zahlreiche Ehrengäste begrüßen. Unter der Leitung von Reinhard Gojowsky zeigte das Akkordeonorchester die dynamische Klangvielfalt ihrer Instrumente an einer "Bagatelle" von Josef Rixner, die von ihren musikalischen Anforderungen her gewiß keine Kleinigkeit war.

Gottfried Weller führte informativ und sachkundig durch das weitere Programm und leitete über zur Volksmusikgruppe des Vereins. Mit Zithern, Gitarre und Ziehharmonika wurde ein Bogen von den bayerisch-fröhlichen "Tölzer Buam" zur Zitherballade von Anton Karas, besser bekannt als die Themamelodie des Krimis "Der dritte Mann", geschlagen. Daß die Zither nicht nur ein Traditionsinstrument des alpenländischen Raums ist, belegte der Conférencier mit der Bibel. Schon bei König David werden Harfe und Psalter, der Vorläufer der heutigen Zither erwähnt. Zum Kontrast wurde dann mit flottem Tempo ein Heinz-Gietz-Melodienpotpourri dargeboten und jeder im Saal war ganz Ohr, denn "Musik liegt in der Luft" - und "Pigalle" ist immer noch die süßeste Mausefalle in Paris.

Klangpräzision

Laut Ansage sei der gemischte Chor der Harmonikafreunde so nebenher entstanden, weil die Frauen der Musiker am Montag nicht immer allein sein wollten. Es sei schon erstaunlich, mit welcher Klangpräzision dieses "Nebenprodukt" zwei romantische Gedichte von Josef von Eichendorff in der Vertonung von Felix Mendelssohn-Bartholdi und "Abendruhe" von W.A. Mozart zu Gehör brachte. Warum ist "Granada" immer nur ein Bravourstück für Tenöre, muß sich wohl auch Horst Roske, der langjährige Dirigent des Chores, gedacht haben und arbeitete ein originelles Arrangement für vierstimmigen Chor und Akkordeonorchester, das die Zuhörer in den sonnigen Süden entführte.

Der zweite Teil des Konzertes stand im Zeichen der Kammermusik. Das Akkordeon-Ensemble unter Leitung von Erwin Müller feierte zuerst für sein Publikum eine "Fiesta Mexicana". Das Potpourri beliebter südamerikanischer Melodien zeigte das technische Können und die klangliche Vielfalt, die durch die elektronische Weiterentwicklung der Harmonikainstrumente eine ungeahnte Breite an Klangmöglichkeiten hinzugewann. Für die Tanzfreunde schloß sich der Foxtrott "Swing Time" an. Daß das Akkordeon weit mehr als eine "Quetschkommode" ist, wurde jedem Hörer in die Welt der Oper deutlich. Das Kammerensemble überraschte bei der Ouvertüre zu "Wenn ich König wär" von Adolphe Adam mit Bläsereffekten und einem Hauch Musette-Klang.

Ganz in seinem Element war bei einem Medley von Beatles-Melodien der "jugendliche" Schlagzeuger von nur 65 Jahren. Er hatte wahrlich einen heißen Beat drauf. Den furiosen Abschluß des Konzertabends bildete ein "Abend bei Paul Lincke". H. Roske und R. Gojowsky hatten einen Strauß der schönsten Melodien vom Altmeister der Berliner Operette ausgewählt, den Chor und Orchester mit Schwung und Temperament vortrugen. Für den Beifall, den das Publikum reichlich spendete, bedankten sich die Harmonikafreunde mit "Wenn der Hund mit der Wurst übern Eckstein springt" - besser bekannt als der Radetzky-Marsch.
Lp

 
© by HMF Forchheim - Letzte Änderung: 18.08.2009